Juli bringt Dämpfer für den Arbeitsmarkt: Saisonüblich steigende Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Korbach

Korbach. Der Sommer sorgt für einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Korbach. In den beiden zugehörigen Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren im Juli 8952 Menschen arbeitslos gemeldet, 542 mehr als im Juni (plus 6,4 Prozent). Gegenüber dem Juli des Vorjahres stellt dies jedoch einen leichten Rückgang um 26 Arbeitslose dar (minus 0,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote im Bezirk Korbach erhöht sich innerhalb eines Monats um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt 4,7 Prozent, den gleichen Wert wie vor einem Jahr. Für den Korbacher Agenturleiter Volker Breustedt sind die höheren Arbeitslosenzahlen keine Überraschung. „Zum Halbjahresende laufen vermehrt Arbeitsverhältnisse aus, junge Menschen melden sich nach Schul- oder Ausbildungsabschluss arbeitslos und manche Betriebe warten mit Einstellungen bis nach den Sommerferien – all diese Faktoren führen im Sommer zu einer steigenden Arbeitslosigkeit.“ Gleichzeitig fehlten weiter die wirtschaftlichen Impulse für eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt, wie sich insbesondere im Jahresvergleich zeige. „Die Arbeitslosigkeit bewegt sich zwar auf dem Niveau des Vorjahres, aber es sind aktuell mehr Menschen aus dem Erwerbsleben in die Arbeitslosigkeit gewechselt als im Juli 2025. Die Arbeitskräftenachfrage hat immerhin im ersten Halbjahr 2026 wieder angezogen: Zwar liegt der Bestand an offenen Stellen noch unter dem des Vorjahres, die Stellenmeldungen sind im ersten Halbjahr 2026 aber deutlich kräftiger gewesen als im vorigen Jahr.“

Im Vergleich mit dem Juli des Vorjahres ist die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen gesunken, am stärksten bei den Ausländern (minus 185 Personen, minus 6 Prozent). Leichte Rückgänge gab es bei den Jüngeren bis 25 Jahren (minus 22, minus 1,9 Prozent), den Älteren ab 50 Jahren (minus 51, minus 1,7 Prozent), den Frauen (minus 25, minus 0,6 Prozent) und den Männern (minus 1, minus 0 Prozent). 2571 Langzeitarbeitslose waren im Juli gemeldet, das waren 161 mehr als vor einem Jahr (plus 6,7 Prozent). Beide Rechtskreise verzeichneten im Juli steigende Arbeitslosenzahlen: Bei der Arbeitsagentur (Rechtskreis Sozialgesetzbuch III) waren 3964 Arbeitslose gemeldet, 303 mehr als im Juni (plus 8,3 Prozent). Bei den Jobcentern in den beiden Landkreisen (Rechtskreis Sozialgesetzbuch II) waren 4988 Arbeitslose registriert (plus 239, plus 5 Prozent). Im Jahresvergleich ist bei der Arbeitsagentur die Arbeitslosenzahl um 199 gestiegen (plus 5,3 Prozent), bei den Jobcentern hingegen um 225 gesunken (minus 4,3 Prozent). Die Zahl der offenen Stellen hat sich seit Juni um 15 auf 2201 erhöht, 173 weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 3748 Stellen neu gemeldet, das sind 259 mehr als im ersten Halbjahr 2025. Im Agenturbezirk haben bis zum 27. Juli 8 Betriebe neu Kurzarbeit angezeigt, von der maximal 67 Beschäftigte betroffen sein können. Vor einem Jahr waren es 16 Betriebe mit bis zu 163 betroffenen Mitarbeitenden.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind noch mehr als 700 Ausbildungsstellen im Agenturbezirk unbesetzt. Breustedt: „Nach wie vor haben wir deutlich mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber, die noch auf der Suche sind. Es gibt daher noch reichlich Chancen, auch kurzfristig eine passende Stelle zu finden und gegebenenfalls nachträglich in die Ausbildung einzusteigen. Wir arbeiten intensiv daran, die jungen Menschen und die offenen Stellen zusammenzubringen.“ Gleichzeitig appellierte der Agentur-Chef an Jugendliche und deren Eltern, sich kurzfristig bei der Berufsberatung zu melden – unabhängig davon, wo sie gerade im Berufswahl-Prozess stehen. Ein Termin lässt sich leicht auf der Seite www.mein-Beruf.de. vereinbaren. Insgesamt haben sich seit Oktober 2025 im Agenturbezirk 1664 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle gemeldet, 71 weniger als im Vorjahr. Die Betriebe meldeten bisher 1890 Ausbildungsstellen, 56 weniger als bis zum Juli 2025. Aktuell sind noch 549 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche, 712 Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt.

Die Arbeitsmarktzahlen in den Landkreisen

In Waldeck-Frankenberg waren im Juli 4175 Menschen arbeitslos gemeldet, 275 mehr als im Juni (plus 7,1 Prozent) und 101 weniger als vor einem Jahr (minus 6,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag bei 4,7 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte höher als im Juni, aber 0,1 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr. Der Bestand an offenen Stellen hat sich seit Juni um 20 auf 1333 erhöht, das sind 126 weniger als vor einem Jahr.

 

Korbach mit Bad Wildungen. 1790 Personen ohne Arbeit waren im Juli in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 143 mehr als im Juni (plus 8,7 Prozent) und 84 weniger als vor einem Jahr (minus 4,5 Prozent). Die Quote stieg von 3,9 auf 4,3 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,4 Prozent gelegen.

Geschäftsstelle Frankenberg. 1407 Arbeitslose verzeichnete die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, 63 mehr als im Juni (plus 4,7 Prozent) und 92 weniger als vor einem Jahr (minus 6,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 4,7 auf 4,9 Prozent, im Juli 2025 betrug sie 5,2 Prozent.

Geschäftsstelle Bad Arolsen. In der Geschäftsstelle Bad Arolsen ist die Zahl der Arbeitslosen um 69 auf 978 gestiegen (plus 7,6 Prozent), das sind 75 mehr als vor einem Jahr (plus 8,3 Prozent). Die Quote lag mit 5,5 Prozent jeweils um 0,4 Prozentpunkte höher als im Juni 2026 und im Juli des Vorjahres.

Im Schwalm-Eder-Kreis waren im Juli 4777 Arbeitslose registriert, 267 mehr als im Juni (plus 5,9 Prozent) und 75 mehr als im Vorjahresmonat (plus 1,6 Prozent). Die Quote betrug 4,8 Prozent, vor einem Monat hatte sie bei 4,5 Prozent, vor einem Jahr bei 4,7 Prozent gelegen. 868 offene Stellen waren im Schwalm-Eder-Kreis gemeldet, 5 weniger als im Juni und 47 weniger als vor einem Jahr.

Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 2395 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst, ein Plus von 132 gegenüber Juni (plus 5,8 Prozent) und von 168 gegenüber dem Vorjahr (plus 7,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag mit 5,0 Prozent jeweils um 0,3 Prozentpunkte höher als vor einem Monat und vor einem Jahr.

Geschäftsstelle Melsungen. Die Geschäftsstelle Melsungen verzeichnete innerhalb eines Monats einen Anstieg um 91 Arbeitslose auf 1253 (plus 7,8 Prozent), das waren 56 weniger als im Juli 2025 (minus 4,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich seit Juni von 4,5 auf 4,9 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Geschäftsstelle Schwalmstadt. 1129 Menschen auf Jobsuche zeigte die Juli-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 44 mehr als im Juni (plus 4,1 Prozent) und 37 weniger als im Juli des Vorjahres (minus 3,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag mit 4,2 Prozent um 0,2 Prozentpunkte höher als im Juni. Vor einem Jahr hatte sie bei 4,3 Prozent gelegen.

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